Kaffeeernte

Bei der Ernte der Früchte des Kaffeebaumes, geht es um einen wichtigen Teil - den Kern. Um ihn herauszulösen, muss Fruchthaut, Frutchfleisch, Fruchtschleim, Pergamenthaut und möglichst auch das Silberhäutchen und der größte Teil des Wassers in der Bohne entfernt werden. Erst danach spricht man von Rohkaffee, der so eine Reise zu den Röstereien der ganzen Welt antreten kann. In der Vergangenheit wurde eine natürliche Methode angewandt. Die reifen Früchte blieben solange auf dem Strauch bis sie nach einigen Wochen trocknen von selbst herunterfielen. Danach wurden die Hüllen entfernt bis die Bohne übrig bleibt. Diese einfache Methode birgt jedocht einige Gefahren. Auf der einen Seite neigen die Früchte durch die Sonneneinstrahlung zur Gärung wobei sich Stinkerbohnen entwickeln können und auf der anderen Seite können die Kirschen die zu Boden fallen von Bakterien oder Pilzen befallen werden. Gründe warum man immer mehr zum sorgsamen Pflücken überging.

Die Ernte der Kaffeekirschen

Normalerweise gibt es eine Kaffeeernte pro Jahr aber manchmal gibt es in den tropischen Regionen keinen 'Unterschied zwischen Regen- und Trockenzeit. Dadurch kann es zu zwei Blütezeiten im Jahr kommen, was zu einer Haupternte und einer Nebenernte führt. Bei der Erntezeit kommt es ganz auf die geographische Lage an. Nördlich vom Äquator, z.B. Äthiopien und Mittelamerika, findet die Ernte zwischen September bis Dezember statt. Südlich vom Äquator, wie in Brasilien und Simbabwe, erfolgt die Haupternte im April und Mai und kann sich bis August hinziehen. In Ländern am Äquator, beispielsweise in Uganda und Kolumbien, können die Kaffeebohnen das ganze Jahr über geerntet werden, besonders wenn die Plantagen in unterschiedlicher Höhe liegen. Die Erntephase erstreckt sich über mehrere Monaten, weil oft bis zu achtmal geerntet werden muss.

Anders wie in unseren Breiten, wo die Blütezeit auf Grund der Temperaturen im Frühjahr beginnt, herrschen in den Tropen das ganze Jahr über Sommertemperaturen. Die Blütezeit hängt hier vom Regenfall ab. 2 Wochen nach jedem Regenfall blüht der Kaffeestrauch auf. Danach dauert wes bis zu 11 Monate bis man reife Kirschen ernten kann. Temperatur und Regenfälle sind also für die Plantagen sehr wichtig. Je weniger es regnet, desto weniger blüht der Strauch. In einigen Gebieten, wo der Monsunregen fällt, konzentrieren sich die Niederschläge auf bestimmte Monate, wogegen es in anderen Gebieten sehr unterschiedliche regnet. Kein Wunder also, wenn bei Zeiten langer Trockenheit, die Kaffeepreise auf den Weltmärkten in die Höhe schnellen.

Die Pflückmethoden

Das "Picking"

Diese erstreckt sich über mehrere Monate, weil die Kaffeekirschen nicht gleichzeitig reif werden und daher an jedem Strauch bis zu achtmal gepflückt werden müssen. Denn nur reife Bohnen entwickeln später beim Rösten das volle Aroma und den vollendeten Geschmack. Die Leistung eines Pflückers ist beschwerlich. Für einen Sack Rohkaffee (60kg) braucht er drei Arbeitstage und muss ca. 100 Bäume abgehen.

Das "Stripping"

Die reifen und die unreifen Früchte werden gemeinsam von den Zweigen gestreift. Die unreifen und überreifen Früchte werden aussortiert. Da oft schadhafte Früchte bei der Ernte bleiben, geht diese Methode zu Lasten der Qualität.

Maschinelle Ernte

In einigen wenigen Plantagen im Flachland werden auch Maschinen zur Ernte eingesetzt. Einsatz findet diese Methode auf großen Farmen in Brasilien. Dabei werden die Früchte im Strippingverfahren durch drehende Bürsten von den Ästen gerissen. Diese Methode beschädigt oftmals die Pflanzen und sorgt für Qualiätseinbußen.